So machen Sie Arbeitsschutz den Mitarbeitern verständlich

Fordern Sie Eigenverantwortung

Hinweise auf ein gefährliches und ungesundes Verhalten und Tipps zur Steigerung der Sicherheit am Arbeitsplatz fruchten wenig, wenn die Art der Kommunikation nicht stimmt. Dazu gehört die richtige Ansprache genauso wie die zielgruppengerechte Aufbereitung der Informationen. Kollegen und Vorgesetzte müssen Arbeitsschutz verstehen lernen. Damit Sie diese Aufgabe meistern können, sollten Sie alle Register der Kommunikationsmöglichkeiten ziehen. Dazu gehören je nach Zielgruppe Kurzgespräche ebenso wie Cartoons und Statistiken

Arbeitssicherheit für Dummis



Wenn es ums Thema Arbeitsschutz geht, redet man oft gegen eine Wand 

Hinweise auf ein gefährliches und ungesundes Verhalten und Tipps zur Steigerung der Sicherheit am Arbeitsplatz fruchten wenig, wenn die Art der Kommunikation nicht stimmt. Dazu gehört die richtige Ansprache genauso wie die zielgruppengerechte Aufbereitung der Informationen. Kollegen und Vorgesetzte müssen Arbeitsschutz verstehen lernen. Damit Sie diese Aufgabe meistern können, sollten Sie alle Register der Kommunikationsmöglichkeiten ziehen. Dazu gehören je nach Zielgruppe Kurzgespräche ebenso wie Cartoons und Statistiken.

Wenn es ums Thema Arbeitsschutz geht, redet man oft gegen eine Wand 

 

Bringt nichts und kostet nur?

Der Chef will wieder einmal von Ihren neuen Ideen für den betrieblichen Arbeitsschutz nichts wissen. Das Argument „bringt nichts, kostet nur“ hören Sie nicht zum ersten Mal. Manchmal ist es fast zum Verzweifeln und Sie kommen sich vor, als ob Sie gegen eine Wand reden.

Vielleicht tun Sie das aber wirklich. Haben Sie sich einmal überlegt, in welcher Form Sie dem Vorgesetzten oder der Geschäftsleitung das Thema Arbeitsschutz näher bringen?

Natürlich gibt es zahlreiche Informationsschriften, die Ihr Thema, das Sie vorbringen wollen, detailliert darstellen. Vielleicht haben Sie diese Broschüren fleißig gesammelt und den ganzen Packen im Vorzimmer des Chefs abgegeben.

Eine Woche später bekommen Sie die typische Antwort. Doch dass der Chef die Unterlagen wirklich gesichtet hat, kann bezweifelt werden.

 

Informationen im Arbeitsschutz müssen aufbereitet sein

In der Geschäftsleitung ist die Zeit meist sehr knapp. Je mehr Unterlagen Sie also vorlegen, desto weniger Aussichten bestehen, dass auch nur eine Zeile davon gelesen wird. Ein kurzes, internes Memo dagegen hätte eine Chance.

Noch besser ist es natürlich, die Informationen persönlich zu vermitteln, von Angesicht zu Angesicht. Dabei geht es um keine stundenlange Präsentation auf der Abteilungsleitersitzung. Nach fünf Minuten hört sowieso kaum noch jemand zu. Besser sind zwei oder drei Folien, auf denen Sie Ihr Thema aus dem Arbeitsschutz vorbringen.

 

Optimal ist dabei die Aufteilung:

• Ihr Vorschlag zur Verbesserung von Arbeits- und Gesundheitsschutz in einem Satz

• Ihre Begründung (wobei Zahlen oder eine kleine Statistik nicht schlecht sind)

• ein konkretes Beispiel aus dem Betrieb, das den Bedarf zeigt

• eine Handlungsaufforderung (als „Beschlussvorlage“)

Hält mich nur von der Arbeit ab?

Was ist aber mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern? Natürlich können Sie auch einen kleinen Vortrag auf einer Betriebsversammlung machen, um neben den Vorgesetzten auch die Kolleginnen und Kollegen mit Ihren Themen zu erreichen.

Besser ist jedoch die persönliche Ansprache in konkreten Situationen. Wenn Sie auf den fehlenden Gehörschutz hinweisen und Vorschriften zitieren, ist dies nicht immer zielführend.

Besser ist es, den Sinn und Zweck zu nennen, also zum Beispiel den Schutz vor Gehörschäden. Bei vielen Ratschlägen aus dem Bereich des Arbeitsschutzes hören Sie jedoch bestimmt „Da hält mich nur von der Arbeit ab“.

Tatsächlich dauert es einige Zeit, um Schutzvorrichtungen anzubringen. Doch Sie sollten den Kolleginnen und Kollegen erklären, was wirklich von der Arbeit abhält, die Arbeitsunfälle und die Berufskrankheiten.


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Moderieren Sie Kurzgespräche

Lassen Sie die Gespräche über Arbeitsschutz jedoch nicht zu lange werden. Hilfreich sind die Sicherheitskurzgespräche in Kleingruppen. Die dauern nicht lange, bringen in der Regel aber viel:

 

• Klären Sie zu Beginn das Ziel der Kurzunterweisung.

• Beziehen Sie die Gruppe, am besten auch den jeweiligen Vorgesetzten, ein.

• Arbeiten Sie mit offenen Fragen wie „Was kann hier passieren?“

• Nutzen Sie Beispiele (wie Unfallberichte aus den Medien).

• Versuchen Sie die Vorschläge gemeinsam zu erarbeiten, wie sich diese Gefahr konkret in Ihrem Betrieb verhindern lässt.

• Dokumentieren Sie die Ergebnisse und kommen Sie auf das Thema bei Ihrer nächsten Runde durch den Betrieb zurück.

 

Kommunizieren Sie Arbeitsschutz auch visuell

Genau wie bei der Geschäftsleitung ist es auch bei den Kolleginnen und Kollegen unwahrscheinlich, dass sie sich die Zeit nehmen werden, ausführliche Unterlagen durchzusehen. Optimal wäre ein kurzes Handout, in das Sie zum Beispiel die Ergebnisse der Sicherheitskurzgespräche einbringen können.

 

Je nach Art des Betriebs könnten Sie die Kurzinformationen auch als Chart ins Intranet stellen. Das macht jedoch nur in einem reinen Bürobetrieb Sinn, in dem alle Beschäftigten einen Zugang zum Intranet haben.

Bei anderen Betrieben können Plakate hilfreicher sein. Wenn Sie oder einer der Beschäftigten gut zeichnen können, sind sogar Cartoons nützlich, die die Gefahr und die Lösung darstellen. Natürlich bekommen Sie solche Hilfsmittel auch bei Ihrer Berufsgenossenschaft.

 

Denken Sie an die Lernfähigkeit

Bei der Fülle an Vorschriften und Normen im Arbeitsschutz können sogar Experten ins Grübeln geraten. Je nach Branche haben es die Beschäftigten da erst recht schwer, wenn sie seit vielen Jahren nichts Neues mehr lernen mussten.

Im Arbeitsschutz gilt es jedoch, sich auf den neuesten Stand zu halten, was zum Beispiel neue Maschinen und deren Schutzvorrichtungen angeht. Die Kunst ist es nun, die Kolleginnen und Kollegen weder zu überfordern noch ihnen wichtige Neuigkeiten aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz vorzuenthalten.

 

Die Sicherheitskurzgespräche sind deshalb besonders geeignet, da Sie dabei die Reaktionen und die Gedankengänge der Beteiligten direkt mitverfolgen können. Probieren Sie es einfach einmal aus.