Warum viele scheitern

Seid ihr verrückt geworden?

Warum sich viele in das Abenteuer "Selbständigkeit in der Gastronomie" wagen und scheitern (ein wenig Ironie darf doch erlaubt sein, oder?)

Vielleicht ist es wirklich für viele ein Traum, Gäste und Freunde im eigenen gastronomischen Betrieb begrüßen zu dürfen. So im Anzug, bei Kerzenschein mal den galanten Chef raushängen zu lassen. Ja das wär schon was und am Ende eines Abends nur noch das Geld mit der Schubkarre im Tresor sichern.

Selbständigkeit in der Gastronomie für Branchenfremde



Was andere schaffen, dass schaff´ ich doch auch. Meine Ausbildung und Erfahrung als Steuerberater wird mir gut dabei helfen und Freunde habe ich auch viele. Die helfen mir sicherlich alle bei diesem Projekt und Gäste habe ich damit auch schon reichlich.

Meine Frau kann Ihren 400 € Job ja erst mal noch behalten und abends dann ein wenig helfen, die Kinder bilden wir zu Küchenhilfen aus und Opa Manni zählt abends das Geld. Klasse, das spart Personalkosten.

 

 

Ich habe gehört, dass an der Ecke Parkstraße ein Restaurant schließen musste und die Immobilie frei ist. Wow, ein toller Laden, richtig edel. Genau das Richtige- da würden aber alle staunen. Gut, die Einrichtung ist ein wenig in die Jahre gekommen, aber wofür gibt es Innenarchitekten. Auf die Speisekarte kommen nur die edelsten Gerichte. Hummer und Kaviar zu Champagner. Mutti wäre richtig stolz auf Ihren Sohn.


Tipps für Gründer Gastronomie

Ob die Bank mir wohl einen Kredit gibt? Ach klar, unser Haus dient doch bestimmt als Sicherheit und als Steuerberater denken die bestimmt, dass ich gut mit Geld umgehen kann. Vielleicht reicht es auch für ein größeres Auto. Wir repräsentieren ja schließlich ein "first class" Restaurant. Am besten einen Kombi- für die Einkäufe. Ja, der BMW hat mir schon immer gut gefallen.

Ums Personal kümmert sich das Arbeitsamt- gibt doch genug Arbeitslose, die dringend einen Job brauchen. Wir dürfen nur nicht den Fehler machen zu wenig einzustellen. Bei Urlaub oder Krankheit sollen die Gäste auf keinen Fall merken, dass es einen Personalengpass gibt. In meinem Restaurant muss keiner auf sein Essen warten. Nochmal wow- ich werde Arbeitgeber. Der Gedanke gefällt mir.

 

 

Ist doch gar nicht schwer ein Restaurant zu managen. Oh gleich kommen die "Küchenprofis". Ist ja jetzt Pflichtprogramm für mich. Bildungsfernsehen so zu sagen und morgen leg´ich meinem Chef die Kündigung vor die Nase- der wird Augen machen. Ohne mich geht der ganze Laden den Bach hinunter. Der Job brachte sowieso viel zu wenig Kohle und die Arbeit war viel zu anstrengend.