Porzellan in der Spülmaschine

Hier finden Sie Infos über die Produkteigenschaften von Porzellan


Beim Geschirr- und Porzellan- Einkauf von Gastronomie üblichen Mengen kommen schnell ein paar tausend Euro zusammen. Gerade bei hochwertigen Materialien und Dekoren muss auf vieles geachtet werden. Hier ein paar Tipps und Informationen, damit Sie auch lange Spaß an Ihrer Investition haben.

Porzellan in der Spülmaschine

 

 

Wenn die Geschirrspülmaschine vibrationsfrei läuft und das Porzellan sinnvoll eingeordnet ist, besteht bei den

 

gängigen Spülmaschinentypen keine Gefahr des Bruchs durch zu hohen Wasserdruck mehr.

 

Der Reinigungsvorgang in der Spülmaschine muß durch Zusatz von Spülmitteln sowie mittels hoher

 

Wassertemperatur intensiviert werden. Die chemischen Zusätze müssen so beschaffen sein, daß sie auch in einer

 

mechanisch ungünstig arbeitenden Maschine und mit hartem Wasser noch einen verhältnismäßig günstigen

 

Reinigungsgrad erzielen. Oft wird dies durch eine Erhöhung der Alkalität erreicht. Spülmittel mit hohem

 

Alkaligehalt sind jedoch nicht nur schädlich für Dekore, sondern ebenso für Glas.

 

 

Hohe Spültemperaturen (über 60°C) aber verstärken nicht nur die schädigende Wirkung, sondern können auch

 

festhaftende Niederschläge auf dem Spülgut begünstigen.

 

Für die Langlebigkeit des Porzellans bei Gebrauch einer Spülmaschine spielt die Art der Dekore eine wesentliche

 

Rolle. Unterglasurdekore oder solche, die bei sehr hohen Temperaturen in die Glasur eingebrannt werden, sind

 

äußerst beständig gegenüber allen chemischen und mechanischen Einflüssen. Die Mehrzahl der Dekore wird bei

 

Temperaturen von 1220 - 1250 °C geschmolzen, die hierbei verwendeten Farben sind säurebeständig und geben

 

kein Blei ab. Die Porzellanfarben wurden auch hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber chemischen

 

Spülmitteln weiterentwickelt. Ein Optimum an Beständigkeit bei diesen gegensätzlichen chemischen Einwirkungen

 

wie sie einerseits die Säure und andererseits die Lauge darstellen, läßt sich jedoch nur in gewissen Grenzen

 

erreichen. Trotzdem kann festgestellt werden, daß heute fast alle gebräuchlichen Porzellandekore eine

 

zufriedenstellende Widerstandskraft gegenüber den meisten chemischen Spülmitteln aufweisen. Ganz sicher hat die

 

langjährige Erfahrung mit Geschirrspülmaschinen gezeigt, daß z.B. Temperaturschocks (d.h. plötzlicher Wechsel

 

von heißem und kaltem Wasser) für Dekore wie auch für Gläser schädlich sind. Die neuen Spülgeräte haben diese

 

Erfahrung bereits bei der Konstruktion berücksichtigt.

 

 

 

Beim Kauf einer Geschirrspülmaschine sollten folgende Gesichtspunkte beachtet werden.

 

 

1. Die Spülmaschine sollte ein Schonprogramm haben, das nicht über 60 °C arbeitet.

 

2. Die Spültemperatur in der Maschine muss mit der eingestellten Temperatur am Thermostat übereinstimmen.

 

3. Die Maschine darf beim Wasserwechsel keine schroffen Temperaturunterschiede gestatten.

 

4. Eine genaue Dosierung für Spülmittel und Klarspülmitteln muss gewährleistet sein.

 

5. Die Maschine muß ruhig laufen.

 

6. Der Wasserdruck in der Geschirrspülmaschine darf nicht so hoch sein, dass er Porzellan und Gläser bewegen

 

kann.

 

7. Die vom Hersteller empfohlenen Spülmittel für Glas und Aufglasurdekore müssen erprobt sein.

 

8. Die Einstellkörbe in den Spülmaschinen sollten die günstige Unterbringung auch von Kannen, Schüsseln, Töpfen

 

und ovalen Platten erlauben.

 

9. Die Geschirrspülmaschine muss eine Wasserenthärtungsvorrichtung aufweisen, wenn man an seinem Wohnort

 

hartes Wasser hat. Sind diese Bedingungen erfüllt, dann wird man sowohl von seinem Porzellan als auch von seinem

 

Glas und Besteck eine dem Wert angemessene Gebrauchsdauer, ohne auffälligen Angriff der Oberflächen und der

 

Dekore, erwarten können. Auch der Wechsel des Spül- oder Klarspülmittels kann entscheidend sein. Es ist

 

unbedingt darauf zu achten, dass das gewählte Mittel dekor- und glasschonend ist.

 

 

Porzellan und Einfluss von Speisesäuren:

 

Werden Porzellanglasur oder Porzellandekoration durch Speisesäuren (Essig oder Fruchtsäuren usw.) angegriffen?

 

Diese Frage wird sehr häufig gestellt. Da unsere Porzellanglasur eine Feldspatglasur ohne jeden Bleizusatz ist,

 

besteht keine Möglichkeit einer Bleiabgabe oder einer Beschädigung der Glasuroberfläche.

 

Die einzige Säure, die die Porzellanglasur angreifen kann, ist die Flußsäure, die aber im täglichen Leben überhaupt

 

keine Rolle spielt und nur in bestimmten chemischen Prozessen Verwendung findet. Deshalb sind unsere

 

undekorierten Porzellane, aber auch Unterglasur- bzw. Inglasurdekore vollkommen ungefährdet, denn sie liegen ja

 

unter bzw. in der Glasur und sind von ihr vollkommen umhüllt und geschützt. Bei den Aufglasurdekoren schützt das

 

sogenannte Bleigesetz (Bundesgesetzblatt Nr. 258 v. 23.12.60),. In ihm wird die Verwendung von Bleioxyd als

 

Flußmittel für Glasuren und Dekorationen von Koch- und Eßgeschirren geregelt.

 

Demnach ist es verboten, Geschirre herzustellen, die nach 24 Stunden in 4 %iger Essigsäure mehr als 2 Milligramm

 

Blei pro Gefäß an die betreffende Säure abgeben.

 

 

Um dieser Gefahr zu begegnen, müssen die Dekore genügend hoch eingebrannt werden und für sie säurebeständige

 

Farben Verwendung finden. Die neuentwickelten Glasurfarben enthalten ebenfalls kein Blei und können deshalb

 

auch kein Blei abgeben. Nur die Glasurfarben für Rot- und Orangetöne enthalten geringe Beimischungen von

 

Cadmium. Die Abgabewerte liegen aber auch bei diesen weit unter den von der US Food and Drug Administration,

 

FDA festgelegten Grenzwerten, so dass auch hier keine gesundheitliche Gefährdung besteht. Der Verbraucher wird

 

darüber hinaus durch die seit Dezember 1977 gültige DIN Norm 51032 und der mitgeltenden DIN Norm 51031 Teil

 

1,2,3 vor gesundheitsschädlichen Stoffen geschützt. Sie bestimmen, dass Bedarfsgegenstände, die mit Lebensmittel

 

in Berührung kommen, kontrolliert werden müssen, ob sie beim Gebrauch gesundheitsbedenkliche Stoffe abgeben.

 

Maßgeblich sind dabei bestimmte Grenzwerte, deren Einhaltung durch zuständige Prüfstellen einer ständigen

 

Kontrolle unterliegen.

 

 

Porzellan in der Mikrowelle:

 

Man muß heute kein Physiker sein, um dem Begriff der Mikrowelle zu begegnen. Jener Frequenzbereich

 

elektromagnetischer Wellen (im Grenzgebiet zwischen Radio- und Infrarotstrahlung) dient heute ebenso zum

 

Erwärmen, Erhitzen und Garen von Speisen.

 

Oft gibt es heutzutage in Familien unterschiedliche Essenszeiten. Die Speisen müssen lange warmgehalten werden,

 

aber wie frisch gekocht schmecken. Beim Mikrowellengerät wird die Speise - im mikrowellenfesten Porzellangefäss

 

- angerichtet und bei Bedarf schnell erhitzt. Das geschieht ohne Geschmacksverluste. Die Mikrowelle verkürzt

 

Kochzeit. Alles was "kühlschrankhart" ist, kann im Nu auf Zimmertemperatur gebracht werden, z. B. wird Butter in

 

10 Sekunden streichfähig. Besonders gut garen gedünstete, gekochte, geschmorte Lebensmittel (Fisch, Gemüse,

 

Eintöpfe, Auflauf). Aber auch vorgebräunte Fleischgerichte lassen sich im Mikrowellengerät fertigstellen. Die

 

Mikrowelle ist ideal für die Zubereitung von Baby-, Senioren-, und Diätkost, weil weniger Würze benötigt wird und

 

die Speisen fettarmer angerichtet werden können.

 

Immer mehr Menschen genießen diese Vorteile der Mikrowelle. Sie benötigen deshalb im zunehmenden Maße

 

mikrowellenfestes Geschirr. Hochwertiges Porzellan eignet sich zum Gebrauch im Mikrowellengerät, ohne Schaden

 

zu nehmen. Ein Tatbestand ist dabei allerdings dringend zu beachten: Mikrowellen greifen Edelmetall an. Es gilt

 

generell: Porzellan mit wertvollen Edelmetalldekoren (Gold, Silber, Platin) nicht in die Mikrowelle!

 

 

Porzellan und Messer- oder Besteckabrieb:


Immer wieder kommen Kunden ins Fachgeschäft, um auf einen ihrer Meinung nach Fehler ihres Porzellans

 

hinzuweisen. Es geht um sogenannte "dunkle Streifen, Kratzer oder Schnitte" , die nach einem gewissen Gebrauch

 

auf der Glasur festgestellt werden. Die weit verbreitete Meinung, es handle sich hierbei um Beschädigungen der

 

Glasur, kann ganz einfach widerlegt werden. Dieser Messerabrieb lässt sich ganz einfach entfernen: Man nehme

 

eines der heute handelsüblichen, flüssigen und nicht scheuernden Reinigungsmittel, wie sie auch zum Reinigen von

 

Kochflächen benutzt werden, oder das Porzellanreinigungsmittel "etolit" von etol (Infos unter www.etol.de).

 

Die Produktion von Hartporzellan

 

Die Herstellung von Hartporzellan hat eine der höchsten Fertigungstiefen aller industriell gefertigten Produkte:

 

Trotz aller technischen Entwicklungen wird auch heute (und in der Zukunft) ein Großteil der Bearbeitung in

 

Handarbeit verrichtet.

 

 

Rohstoffe

 

Die Hauptbestandteile unserer Porzellanmasse sind: Kaolin, Ton, Quarz, Feldspat, Dolomit, Kalkspat, Kreide. Der

 

hohe Quarzgehalt in unserer Glasur und Masse ergibt in Verbindung mit den anderen Rohstoffen hohe

 

Festigkeitswerte und Verschleißbeständigkeit.

 

 

Formgebung

 

Bei der Formgebung der Porzellanartikel unterscheidet man im Wesentlichen drei Verfahren: Das Drehen (Formen)

 

der plastischen (feuchten) Porzellanmasse, das Pressen (Verdichten) einer pulverförmiger Masse, das Gießen einer

 

flüssigen Masse, das auch durch Anwendung von Druck (Druckguß) beschleunigt werden kann

 

 

Trocknung

 

Nach der Formgebung müssen die Artikel getrocknet werden, um danach den ersten Brand, den Glühbrand, zu

 

durchlaufen. In den Durchlauf- oder Kammertrocknern werden die Teile mit warmer Luft von 40°C bis 120°C

 

beaufschlagt. Die Trockenzeit beträgt mehrere Stunden bei Geschirrteilen, und kann mehrere Tage bei

 

Porzellanfiguren erfordern.

 

 

Glühbrand

 

Nach dem Brand wird die Masse durch das Eintauchen in Wasser nicht mehr weich, ist etwas verfestigt, und besitzt

 

eine hohe Porosität. Diese Merkmale sind Voraussetzung für den nun folgenden Vorgang des Glasierens

 

Vor dem Glasieren müssen alle Artikel, gleich aus welchem Formverfahren sie stammen, durch den Glühbrand

 

gehen. In diesem Brand, der ca. 24 Stunden dauert und eine Höchsttemperatur von 900°C erreicht, verliert die

 

Porzellanmasse ihre 'plastischen' Eigenschaften.

 

 

Glasieren

 

Die Rohstoffe für die Porzellanglasur sind im Wesentlichen die natürlichen Minerale Quarz, Feldspat, Dolomit,

 

Kalkspat und Kaolin. Diese Rohstoffe werden als wässrige Suspension feinst vermahlen und von färbenden

Verunreinigungen befreit. In diese Suspension wird der Artikel kurz eingetaucht, und der poröse Artikel saugt die

 

Suspension begierig auf. Dabei wird der Artikel gedreht und geschwenkt, um eine gleichmäßige Auflage der Glasur

 

zu erzielen.

 

Nach wenigen Sekunden ist die Glasur grifffest, und die Standfläche für den nun folgenden Glattbrand kann durch

 

abwischen von der Glasur befreit werden. Viele Artikel werden auch heute noch von Hand glasiert, da nur so die

 

hohe Qualität der Produkte erzielt werden kann.

 

 

widerstandsfähige, kratzfeste Oberfläche

 

Nach dem Auftrag der Glasurrohstoffe auf die verglühten Artikel erfolgt der sogenannte Glattbrand. In einem

 

energiesparenden modernen Brenntischofen dauert dieser Brand ca. sechs Stunden.

 

Die Höchsttemperatur liegt bei 1400°C. In diesem Brand wird die Porzellanmasse durch verschiedene chemische

 

Reaktionen in ihren endgültigen Zustand überführt. Sie erhält die hohe mechanische Festigkeit, den hohen

 

Weißgehalt und die für Porzellan typische Transparenz.

 

 

Dekoration

 

Aufglasurdekore werden ebenfalls auf den fertigen, weißen Artikel aufgebracht, und bei ca. 800°C eingebrannt.

 

Diese Dekorationsvariante hat die höchste Farbauswahl, und wird für hochwertige Produkte eingesetzt

 

Man unterscheidet zwischen Unterglasur-, Inglasur- und Aufglasurdekoration. Bei der Unterglasurdekoration wird

 

die Farbe auf dem geglühten Scherben aufgebracht, dann glasiert und gebrannt. Da die Farbauswahl, bedingt durch

 

die hohen Brenntemperaturen, gering ist, wird diese Dekorart kaum noch angewendet. Beim Inglasur-Verfahren, das

 

heute weitest verbreitete, wird das Dekor auf die fertiggebrannte Glasur aufgebracht. Im nachfolgenden Dekorbrand

 

sinken die Farben des Dekors bei Temperaturen zwischen 1200°C und 1250°C in die Glasur ein, und sind damit

 

bestens gegen einen Angriff in der Spülmaschine geschützt

 

 

Dekorbrand

 

 

Nach der Dekoration des Weißgeschirres durch Malen, Bedrucken oder Spritzen, erfolgt der Dekorbrand.

 

Er verschmilzt die keramischen Farben mit der Glasur. Der Brand erfolgt meist in gasbefeuerten Durchlauföfen. Die

 

Dauer des Brandes liegt zwischen 60 und 90 Minuten. Im Wesentlichen werden drei Temperaturprogramme

 

unterschieden: Der 'Aufglasurbrand' (800°C - 900°C) lässt fast alle Farbnuancen zu, und wird für hochwertige

 

Geschirr- und vor allem für Geschenkartikel eingesetzt

 

Der 'Inglasurbrand' (1200°C - 1250°C), die heute häufigste Variante, bringt die Keramfarben zum Einsinken in die

 

Glasur, die Dekoration ist damit spülmaschinenbeständig. Die Farbauswahl ist hier etwas kleiner als beim

 

Aufglasurbrand. Der 'Scharffeuerbrand' (1300°C - 1350°C) ist notwendig für Kobaltdekorationen. Nur durch diese

 

hohen Einbrenntemperaturen erzielt man das typische Erscheinungsbild des Kobalts.